10 Reviews liked by Kithaitaa


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Review | Der frische Duft der Freiheit

Lange wurde kein Videospiel mehr so gefeiert, gepriesen und gehyped wie dieses The Legend of Zelda: Breath of the Wild - und mit einer Durchschnittswertung von 97 kratzt es am Thron der besten Spiele aller Zeiten. Woher rührt diese Euphorie? Die Antwort ist so einfach wie erstaunlich: Nintendo hat es im ersten Anlauf geschafft, eine fast grenzenlose offene Welt zu erschaffen, die das Gefühl von Freiheit vermittelt - eine Welt, in der man jederzeit und ohne Einschränkungen überall hin reisen kann, in der man Abenteuer erlebt, ohne vorher eine Quest annehmen zu müssen; eine Welt, die gewissermaßen einen markanten Kontrapunkt setzt zu all diesen anderen offenen Welten der Gegenwart, an denen man sich satt gesehen hat. Breath of the Wild trifft einen besonderen Nerv, weil es in dieser offenen Welt keine lineare Story erzählt, sondern sich auch spielerisch öffnet: Anstatt einem vorgegebenen Pfad zu folgen, kann ich die Geschichte sowohl im Norden als auch im Westen fortsetzen, in der Wüste oder im Vulkangebirge Eldin, und nirgends fühlt es sich an, als hätte ich etwas verpasst, weil ich nicht vorher woanders gewesen bin. Gleichzeitig wird über Erinnerungen und Dialoge eine Geschichte aus der Vergangenheit erzählt, die sich dank toll geschriebener Dialoge und liebenswerter Charaktere geradezu märchenhaft anfühlt. Breath of the Wild kann der Beginn einer neuen Art und Ära von Open-World sein.

Ein perfektes Spiel ist es noch nicht und mir persönlich fehlt neben mehr und komplexeren Rätseln vor allem eine stärkere musikalische Komponente - zumindest in den Momenten, die sich dafür eignen. Aber sich an solchen Kleinigkeiten aufzuhängen, wäre ein Frevel ob all dieser kreativen neuen Stärken, der durchdachten Mechaniken und dem Zeichen, das dieses Zelda in einer Zeit von Wegwerf-Open-Worlds hinterlässt. Für mich ist The Legend of Zelda: Breath of the Wild nicht weniger als ein Meisterwerk, das jeder, wirklich jeder selbst erlebt haben sollte - egal ob auf Switch oder Wii U, egal ob heute oder morgen.


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Review | Leben und Sterben in Yharnam

Vieles von dem, was ich geschrieben habe, mag negativ klingen, und tatsächlich habe ich an Bloodborne bei genauerer Überlegung mehr auszusetzen, als ich anfangs dachte. Und dennoch habe ich dieses Abenteuer verschlungen! Nach mittlerweile fast 100 Stunden in Yharnam habe ich mich noch immer nicht sattgesehen an der geheimnisvollen Spielwelt, habe immer noch nicht alle Zusammenhänge verstanden. Ich liebe das Erkunden, das Kämpfen, das Sammeln. Bloodborne ist ein fantastisches Spiel! Doch obwohl mir sein finsteres Szenario besser gefällt als Boletaria, Lordran und Drangleic zuvor, und obwohl das Kampfsystem durch seine neu gewonnene Dynamik das beste der ganzen Serie ist, ist Bloodborne für mich nicht unbedingt das beste Souls. Es birgt weniger Geheimnisse, weniger Möglichkeiten in der Spielgestaltung, und fällt damit für mich knapp hinter dem ersten Dark Souls ab - steht gleichzeitig aber auch vor dem zweiten Teil und Demon's Souls und hat sich alleine deshalb schon als ein Meisterwerk verewigt. Wenn ihr noch nie ein Souls gespielt habt, ist Bloodborne euer Spiel, zumal es endlich auch auf technischer Ebene begeistert. Trotz des anderen Titels steht es immer noch in der Tradition von Souls: Es verlangt viel, gibt aber umso mehr zurück. Hidetaka Miyazaki und From Software haben abermals ein wahnsinnig motivierendes, unheimlich packendes Abenteuer in einer mysteriösen Welt geschaffen - und damit endlich das eine Spiel, das für mich den Kauf der PlayStation 4 rechtfertigt. Ich kann das nächste Souls kaum erwarten!


Platinum Games und ich - das passt eigentlich immer. Aber bei Astral Chain "klickt" es irgendwie nicht so richtig. Anders als die meisten Platinum-Spiele fehlen mir dieses Mal der Fokus im Spieldesign und auch die Raffinesse in den einzelnen Elementen, vor allem dann, wenn es auf das Ende zugeht.

Wo Bayonetta oder Vanquish, ja selbst The Wonderful 101 und Nier: Automata ganz genau wissen, was sie gut können und was mich als Spieler mitreißt, schwankt Astral Chain ständig hin und her. Mal ist es ein Actionspiel, dann ein Zelda, dann bin ich Ermittler und setze Hinweise zusammen - und in der nächsten Mission schiebe ich Autos für ein Minispiel hin und her oder versuche mich an missratenem Stealth. Es fehlt mir einfach der rote Faden.

An sich bin ich ein riesiger Fan des Szenarios und ich liebe den Sci-Fi-Anime-Look, der mich an Ghost in the Shell erinnert. Außerdem steckt natürlich auch viel gutes Platinum drin: im Kampf, in den Bosskämpfen (bis sie sich leider wiederholen), in der großartigen Präsentation - und die Legions als gebändigte Monster mag ich auch sehr gern. Trotzdem ist Astral Chain für mich insgesamt nur ein "okayes" Spiel, weil es ihm einfach an vielem fehlt, was Platinum-Titel sonst so besonders machen: der Feinschliff in Gameplay und Spielverlauf.


Ori and the Will of the Wisps ist Liebe in jedem Pixel, ein Spiel gewordenes Märchen, eine berührende und wunderschöne Reise in eine zauberhafte Welt voller prächtiger Farben und sympathischer Wesen - und auch ohne Poesie und Prosa ein einfach fabelhaftes Spiel. Ich erinnere mich noch gut an das erste Durchspielen von Ori and the Blind Forest und daran, wie es mich von Anfang bis Ende begeistert hat. Schwer zu glauben, dass ein Nachfolger das toppen könnte. Und doch: Genau das haben die Moon Studios geschafft.

Der Wald von Niwen ist eine ebenso schöne Spielwelt wie einst der Wald von Nibel, und generell haben die Entwickler überall eine Schippe draufgelegt. Beim Leveldesign, das nun noch mehr Geheimnisse birgt und dank neuer cooler Fähigkeiten von Ori noch schneller, noch dynamischer erkundet werden kann. Bei Bossen und Kampfsystem, die nun auch für sich alleine richtig gut funktionieren. Bei der Story um Ori und die putzige kleine Eule Ku, die ich sofort ins Herz geschlossen habe. Selbst die Unterwasser-Abschnitte sind super!

Ori and the Will of the Wisps hat mein Herz erwärmt und mich glücklich gemacht. Danke für dieses Spiel!


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Review | Gruselkabinett mit Pixar-Charme

Luigi's Mansion habe ich damals zusammen mit meiner ersten eigenen Spielkonsole geschenkt bekommen, sein Nachfolger ist für mich das Sahnestück der Nintendo-3DS-Bibliothek - und Luigi's Mansion 3 nun der neue Höhepunkt der Serie! Was für ein Ideen- und Grafikfeuerwerk Next Level Games in diesem wunderbaren Hotelkomplex zünden, ist ganz großes Animationsfilmkino. Die Detailverliebtheit, die in jedem Stockwerk, ja sogar in jedem einzelnen Raum steckt, hat mich von Anfang an begeistert und anders als gedacht nehmen Kreativität und Verspieltheit mit steigender Spielzeit nicht ab, sondern sogar noch zu. Mit Pömpel, Slam und Gooigi ist die Spielmechanik noch besser, noch abwechslungsreicher geworden - und die Möglichkeiten werden in den vielfältigen Etagen von der Lobby bis zur mittelalterlichen Burg mit tollen Bosskämpfen, Geheimnissen und vielen cleveren Rätseln optimal ausgeschöpft.

Besonders freut mich, dass Luigi's Mansion mit diesem dritten Teil wieder zurück zum skurillen Gruselkabinett gefunden hat und die Geister, die man während dieser 15 Stunden Spielzeit jagt, Charakter und Humor besitzen - das hat mir auf dem Nintendo 3DS gefehlt. Eigentlich stimmt also wirklich fast alles ... würde Luigi doch nur wieder mit der Musik mitsummen! Aber diese Kleinigkeit ist ebenso verschmerzbar wie die leichte Routine, die sich gegen Spielende beim Einsaugen und Zerstören des Interieurs ergibt. Ich hatte mich sehr auf diesen Spuk im Luxushotel gefreut und bin mit dem Ergebnis nicht nur zufrieden, sondern wirklich davon begeistert. Ich kann kaum erwarten, wie es mit diesem liebenswerten Geisterjäger weitergeht!


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Review | Wann ist Pokémon so schlecht geworden?

Es ist an der Zeit, die Wahrheit einfach mal auszusprechen: Pokémon Schwert und Schild sind nicht einfach nur schwache Pokémon-Teile, sondern in meinen Augen gnadenlos schlechte Videospiele, die eigentlich nur durch zwei Dinge getragen werden - ihre große Marke und den Nostalgiefaktor. Und das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn mit jedem neuen Pokémon-Titel reist man in eine längst vergangene Ära zurück. Ich habe lange überlegt, wann Pokémon so schlecht geworden ist, ob es das womöglich schon lange war oder es an mir selbst liegt, ich vielleicht einfach aus dieser Welt und diesem Konzept herausgewachsen bin. Aber das ist nicht so - denn ich würde so gerne ein modernes Pokémon mit einer lebendigen Spielwelt erleben, ich möchte Pokémon in ihrer natürlichen Umgebung beobachten, spannende Kämpfe bestreiten und ja, ich möchte auch durchaus der Allerbeste sein, wie keiner vor mir war. Ich wünsche mir ein mutiges, zeitgemäßes, ambitioniertes Pokémon-Abenteuer mit Herz und Seele. Was Game Freak stattdessen serviert, ist billig, steinzeitlich und in vielerlei Hinsicht geradezu dreist.

Ich tue mich sehr schwer damit, das positive Feedback und die hohen Wertungen der Presse zu verstehen, denn was ich sehe, ist kein Fortschritt, sondern der Versuch, mit möglichst wenig Aufwand möglichst viel Geld zu machen - dabei bleibt die Qualität nicht nur technisch vollständig auf der Strecke. Und das Argument "Es ist eben Pokémon" kann und darf nicht mehr ziehen, denn es müsste genau umgekehrt sein. Gerade weil es Pokémon ist, weil es so erfolgreich ist und das Potential zu so viel mehr hat, muss man höhere Erwartungen an das Produkt setzen - und es auch entsprechend für seine Fehler und Versäumnisse abstrafen.

Für mich war Pokémon einmal eine besondere Serie mit einer besonderen Geschichte. Diesen Status hat Game Freak mit Schwert und Schild zunichte gemacht. Wenn ihr nichts weiter möchtet als ein ultra-konservatives Pokémon in der Art, wie es Anfang der 2000er schon war, wenn es euch nur darum geht, alle Pokémon zu sammeln, dann werdet ihr auch dieses Mal Spaß haben können. Ich möchte aber mehr als das und habe es satt, mich mit halbgaren "Features" wie einer frei drehbaren Kamera oder leb- und lieblosen Naturzone abspeisen zu lassen. Pokémon Schwert und Schild sind für mich mit riesigem Abstand die größte Enttäuschung des Spielejahres. Und das sage ich als jemand, der schon von Beginn an mit sehr wenig gerechnet hat.


Mehr Borderlands geht immer! Oder? Grundsätzlich zwar schon, denn auch Borderlands 3 - immerhin schon das vierte Spiel der gleichen Machart - hat uns zu zweit im Coop über seine Laufzeit größtenteils ganz gut bei Laune gehalten. Aber als, wie gesagt, nun schon viertes Spiel der gleichen Machart fehlen ihm mittlerweile das Besondere, das Neue, über weite Strecken auch das Zeitgemäße im Spieldesign. Es ist das gleiche Borderlands, das der erste Teil anno 2009 schon war, und hat sich seitdem nicht weiterentwickelt.

Damit meine ich nicht nur die altbackene Präsentation und den doch ziemlich kindischen Humor, sondern vor allem Gameplay und Spielwelt. Man findet immer noch Truhen und Waffen, aber keine kreativen Highlights mehr. Das Gunplay selbst ist nicht viel besser als zweckmäßig und die Gegner sind vieles, aber sicherlich nicht intelligent. Das Rollenspiel: oberflächlich und ideenlos. Die Kampagne plätschert so vor sich hin, während man vergeblich auf spielerische und erzählerische Höhepunkte wartet.

Ich denke, dass Borderlands seinen Zenit überschritten hat und eine Frischzellenkur benötigt, denn der Kern des Spiels als Coop-RPG-Shooter in einer schwarzhumorigen und überzeichneten Welt ist immer noch reizvoll. Noch ein Spiel der gleichen Machart brauche ich allerdings nicht mehr.


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Review | Style, Speed und Synthwave

Ich bin begeistert! Ghostrunner hat meine Erwartungen selbst nach dem vielversprechenden Trailer weit übertroffen und ist ein Spiel wie für mich zugeschnitten. Von Anfang bis Ende hat es mich mit Style, Speed und Substanz gepackt und regelrecht euphorisiert - das habe ich schon sehr, sehr lange nicht mehr erlebt und bin deshalb umso glücklicher darüber, das Spiel kurz vor Release doch noch entdeckt zu haben. Diese sieben Stunden in Dharma City waren aber nur der Anfang, denn ich bin schon heiß darauf, alle Levels noch ein zweites, drittes, viertes Mal zu meistern und ein noch besserer, noch schnellerer Ghostrunner zu werden.

Mit seinem Hardcore-Konzept - spätestens am ersten Bosskampf dürfte sich die Spreu vom Weizen trennen - und dem gelebten Trial & Error wird Ghostrunner nicht unbedingt jedem so sehr gefallen wie mir. Aber für mich ist es ein Meisterwerk, das mit seinem kalten Cyberpunk-Setting, pfeilschneller Katana-Action, punktgenauem First-Person-Platforming und nicht zuletzt natürlich dem treibenden Synthwave-Soundtrack von Daniel Deluxe gleich mehrere Nerven auf einmal trifft. Ich kann die nächsten Projekte von One More Level kaum erwarten und hoffe auf noch viel mehr Ghostrunner in der Zukunft.


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Review | Ein gewöhnliches Warriors? Ein ungewöhnliches Zelda!

Ich mag Age of Calamity sehr und schätze es vor allem als das ungewöhnliche Zelda, das es über weite Strecken ist - nicht als das zumeist gewöhnliche Warriors, das sich streng genommen unter der tollen und charmanten Verkleidung verbirgt. Nintendo und Koei Tecmo sind einen mutigen Schritt gegangen, ausgerechnet die Warriors-Formel zu nehmen und um sie herum die Vorgeschichte von The Legend of Zelda: Breath of the Wild zu erzählen - zumindest teilweise, denn leider hält man sich nicht ganz an das originale Narrativ.

Sei's drum: Die Story hat mir trotzdem richtig gut gefallen und das eigentlich gar nicht mal so reichhaltige BotW-Universum um weitere interessante Facetten ergänzt. Dass das darunterliegende simple Spielprinzip immer noch ausreicht, um auch dauerhaft Spaß zu machen, ist indes eine merkwürdige, aber willkommene Qualität der Warriors-Reihe. Auf jeden Fall hat mir Age of Calamity auch großen Appetit auf mehr Breath of the Wild gemacht - und die Sehnsucht nach Infos zum angekündigten Nachfolger noch einmal vergrößert. Um die Wartezeit zu verkürzen, würde ich mich jetzt sehr über DLC-Pakete freuen.


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Review | Zurück im Überlebenskampf auf PNF-404

Hallo Nintendo, wo bleibt Pikmin 4? Seit Shigeru Miyamoto 2015 davon gesprochen hat, warte ich auf ein Update - bislang leider vergeblich. Dass Pikmin keineswegs aus der Zeit gefallen ist und einen vierten Teil mehr als verdient hätte, zeigt Pikmin 3 Deluxe überdeutlich. Auch auf der Nintendo Switch ist dieser farbenprächtige Mikrokosmos eine Welt zum Verlieben und das unkaputtbare Spielprinzip eine der besten Ideen aus Nintendos Entwicklungsabteilung.

Ich mochte Pikmin 3 auf der Wii U sehr gerne und das gilt auch für die Deluxe-Version, die durch kleine, aber feine Änderungen und Neuerungen noch eine kleine Ecke besser geworden ist - auch wenn man als Kenner des Originals keine Überraschungen mehr erlebt. Aber diese leicht erweiterte Portierung ist hoffentlich nur der Beginn einer neuen Blütezeit für Pikmin, denn ich bin überzeugt, dass diese Spielidee noch wachsen kann.


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